Montag, 27.  März 2017

Vorgeschichte

hvstephanH. v. Stephan1877 erhält Generalpostmeister Heinrich von Stephan zwei Bell'sche Telefone geschenkt. Er erkennt die Bedeutung dieser Erfindung
1881 wird in Berlin das erste deutsche Fernsprechvermittlungsamt mit Handvermittlung eingeweiht.
1908 geht das erste deutsche Fernsprechamt mit Selbstwählbetrieb in Hildesheim in Betrieb.

Der Telegraphenbau und die Instandhaltung wurde von Telegraphenbau-handwerkern unter Anleitung von Telegraphenleitungsaufsehern oder -revisoren bzw. Telegraphenbauführern wahrgenommen.
Der Telegraphenbauhandwerker war abgesehen von den, in einzelnen Großstädten tätigen Berufsgenossen, ein rechter Wandersmann.
TBHWTelgraphenbauarbeiter unterwegsBei Bau- und Instandhaltungsarbeiten waren die Arbeiter in der Regel auf Wochen, oft aber auch auf Monate unterwegs, denn der Leitungsrevisionsbezirk umfasste nicht selten Gebiete von der Ausdehnung eines halben Regierungsbezirks und eine regelmäßige Heimkehr am Wochenende war wegen der damaligen schlechten Verkehrsverbindungen häufig nicht möglich.
Diese Telegraphenbauhandwerker wurden nur nach Bedarf eingestellt, waren nach Auflösung der Bautrupps im Winter, wenn keine vorübergehende Anstellung in anderen Bereichen der Post möglich war, oft arbeitslos und wanderten in andere Beschäftigungsbereiche ab.
Fachliche Voraussetzungen waren bei den Arbeitern nicht nötig.
Eine Übernahme ins Beamtenverhältnis war nicht vorgesehen.

Bei steigendem Arbeitsumfang konnte diese Strategie nicht beibehalten werden, denn das äußere Bild des Telegraphen- und Fernsprechnetzes hatte sich im Laufe der Jahre völlig verändert. Die schwer belastenden (oberirdischen) Linienzüge der Großstädte haben der versenkten (unterirdischen) Linienführung Platz gemacht.
Die Vermittlungs- und Apparatetechnik hatte eine ungeheure Aufwärtsentwicklung genommen und wurde raumsparender und komplexer.

In seinen Grundzügen jedoch war das Arbeitsgebiet des Telegraphenbaudienstes seit Jahrzehnten im wesentlichen unverändert geblieben. Angelernte Arbeiter allein konnten auf Dauer den ansteigenden Anforderungen des Dienstes nicht genügen. Die weitere Entwicklung erforderte eine "handwerksgemäße Ausgestaltung der Arbeitertätigkeit".

Es war Zeit die Personalverhältnisse, an den gesteigerten Anforderungen anzupassen.

1920 begann eine weitreichende Verwaltungsreform innerhalb der Post
• Übernahme des Bayerischen und Württembergischen Post- und Telegraphenwesens
• Richtlinien für eine Neugestaltung des Telegraphenbaudienstes
• die Telegraphenbauämter eingerichtet.
1922
• Neue Laufbahnrichtlinien - eine Arbeiterlaufbahn wurde eingerichtet.
• Neureglung der Beamtenverhältnisse der Reichspost- und Telegraphenverwaltung
1924
die „Reichspost- und Telegraphenverwaltung“ erhält die Bezeichnung „Deutsche Reichspost“

Nach langwierigen Verhandlungen wurde am 31. März 1924 ein Tarifvertrag für die Arbeiter der Deutschen Reichspost abgeschlossen in dem als Anlage 1 die "Allgemeinen Grundsätze über Telegraphenbaulehrlinge" beigefügt waren.

Am 23. Dezember 1924 war es dann soweit, mit der Amtsblattverfügung Nr. 814 wurde die Personalverhältnisse im Telegraphenbau neu geregelt, das Nähere ergab sich in den Anlagen
Anlage 1: Vorschriften über die Annahme und Ausbildung von Telegraphenbaulehrlingen
Anlage 2: Lehrvertrag
Anlage 3: Ausführungsbestimmungen zu den Vorschriften über die Annahme ..
Anlage 4: Prüfungsbestimmungen für die Arbeiterlaufbahnen des Telegraphenbaudienstes

Die Ausbildung von Telegraphenbaulehrlingen konnte beginnen.

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