Mittwoch, 29.  März 2017

Die Femeschu Nbg, um in Abkürzungen zu schreiben wie unser Dr. Dr. S., war in dem Gebäude des Postscheckamtes am Keßlerplatz untergebracht. Viele ehemalige Fernmeldelehrlinge drückten hier nochmals die Schulbank. Anfang der 70er Jahre bezog die Schule das Gebäude in der Senefelderstraße. Wer sich noch an den stylistischen Eingangsbereich erinnert, das Mosaik dort wurde mit einem Schneider Homecomputer von dem Künstler generiert. Zu guter Letzt zog die Schule 1995 dann nochmals um und zwar in den Südwestpark. Hier wurde sie auch umbenannt in Bildungszentrum und gehörte nun zum BZ Ismaning. Bis zur Auflösung im Jahre 1997, blieb das BZ am SWP.

Fmschule_eckLebenslanges Lernen

unter diesem Motto stand damals die noch junge Karriere der ehemaligen Fernmeldelehrlinge. Schon kurz nach der Ausbildung, saßen sie wieder auf der „Schulbank". Sie wurden zu den Grundlehrgängen Ft 1 und Ft 2 an die Fernmeldeschule einberufen. Viele hatten sich damals entschieden, die Beamtenlaufbahn einzuschlagen.
Aber was heißt schon entschieden. So ganz freiwillig war die Entscheidung nicht.
Die Deutsche Bundespost hatte damals viele Tätigkeiten als Beamtendienstposten ausgewiesen. So blieb vielen gar nichts anderes übrig, als diesen Weg einzuschlagen. Wer Entstörer, Bauführer, UFe-ler oder DE-ler bleiben wollte, besuchte eben diese Lehrgänge als Vorbereitung auf die Eignungsprüfung zum mittleren fernmeldetechnischen Dienst. Wer die Grundlehrgänge Ft 1 u. Ft 2 bestanden hatte, für den ging es weiter mit den Aufbaulehrgängen BFt 1 bzw. BFt 2. Diese waren nach Fachrichtungen aufgeteilt.
Wer sich die Zusammenstellung allerdings ausdachte, war bestimmt kein Techniker.
Es gab die Richtungen: E/L - V/T - Ü/Fu.
Das war der Knackpunkt, was interessierte einen Entstörer die Linientechnik. Wie waren die Schachtmaße, welche Muffen gab es? Ein Bauführer hielt doch eine W1/1 für eine Beatgruppe.
Genauso hatten die „Funker" mit der Übertragungstechnik ihre Probleme, denn deren Übertragungsmedium war halt die Luft.
Wobei, ein bisschen büffeln und lernen hat noch keinem geschadet. Es bestanden auch die meisten diese Lehrgänge und hatten somit ihre BFt-Zuerkennung erreicht.
Die Prüfung konnte kommen.

Lehrstoffpläne und Lernbehelfe

Der Redaktion wurden zahlreiche Lehrstoffpläne zugesandt, von Grund-, Aufbaulehrgängen aber auch die Pläne von Fortbildungslehrgänge (früher hieß das noch Ausbildungslehrgang) sind darunter. Wie hieß es damals unter anderem: "Der Lehrstoff ist schwierig und umfangreich. Die Lehrgangsteilnehmer werden ermahnt, ihre ganze Kraft für das Erreichen des Lehrgangsziel einzusetzen" Amtsdeutsch eben. Außer diesen amüsanten Belehrungen, ist es bestimmt für den einen oder anderen FHandw interessant sich als Teilnehmer wieder zu finden.
Wer kann sich noch an solche Regeln: "Bei der Addition sind alle Glieder untereinander vertauschbar", allmächd, welche Glieder sind da gemeint, erinnern. Zu finden in einem Lehrbehelf über "Rechnen". Die Unterrichtsbeamten konnten damals noch nicht den Vorteil eines Kopierers bzw. eines PC genießen. Nein, mit Schreibmaschine wurden die Lehrbehelfe erstellt, damit die Lehrgangsteilnehmer auch das Ziel erreichen. Zugegeben es gab vereinzelt auch "Leerbehelfe", aber die meisten waren schon hilf- bzw. lehrreich.
Lust auf weitere "Regeln" oder Teilnehmerlisten, vielleicht die Namen der Unterrichtsbeamten erforschen?

Klick einfach auf Lehrstoffpläne oder Lernbehelfe im Hauptmenü.

Die Bilder zu den Lehrgängen an der ehemaligen Fernmeldeschule wurden uns freundlicherweise von der Museumsstiftung Post und Telekommunikation Nürnberg zur Verfügung gestellt.

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