Dienstag, 23.  Mai 2017

Allgemein

Eine lästige Pflicht für (fast) alle Lehrlinge war das Führen eines Berichtsheft.

Da bis Ende der 50er noch Samstags gearbeitet wurde, fiel so mancher Sonntagnachmittag dem Erstellen der Zeichnungen zum Opfer (teilweise waren im 3.Lj Schaltpläne über 3 DIN A4-Seiten zu zeichnen) .
S1-59Penibel genau musste die Tätigkeit, die Arbeits- und Schulstunden und später auch die versäumten Stunden eingetragen werden. Ein Fehler wurde gnadenlos vom Meister gut sichtbar mit Rotstift markiert.

Die wöchentliche Beurteilung war für den Flehrl eine Überprüfung der Wochenleistung und eine Info für Lehrherrn und Erziehungsberechtigten. Manchmal auch Ärgernis. Man konnte sich keine oder nur kurze Schwächeperioden leisten, denn das Berichtsheft musste vom den Eltern unterschreiben werden.
Extemporale oder Aufsichtsarbeiten wurden eingetragen. Anfangs sogar mit Reihenfolge, z.B. „von 50 Lehrlingen an 15. Stelle“. Für den Verdienst gab ebenfalls eine Spalte. Wöchentlich noch ein Sinnspruch, der als Richtschnur für die Woche galt. Ob sich so ein Flehrl dran hielt?

Was von Zeitzeugen immer wieder mal berichtet wurde: In den Wohnheimen gab es in den 4-, 6-, 8 Bett Zimmern immer wieder mal Probleme (Rangeleien) beim Erstellen der Zeichnungen, da nur ein kleiner Tisch auf den Zimmern stand und nicht alle Lehrlinge gleichzeitig zeichnen konnten.Auch macht das Gerücht die Runde, dass in den 50ern sich Touristen vor der Kaiserstallung (damals Jugendwohnheim) über Jugendliche wunderten, die an Fenstern standen und Zeichnungen kopierten. Die Technik des Pausens war offensichtlich noch nicht weit entwickelt

Über die Jahrzehnte hat sich am WB nur wenig geändert.

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