Sonntag, 23.  April 2017

In der momentanen „besinnlichen“ Weihnachtszeit, in der viele von uns nur noch von Termin zu Termin hetzen, denke ich in einem ruhigen Moment immer wieder mal an unsere Vorweihnachtszeit als Fernmeldelehrlinge beim FA 2 Nürnberg zurück.
Einer der Höhepunkte, wenn nicht sogar „der Höhepunkt“, im Jahresablauf unserer Ausbildungsabteilung war die alljährliche Lehrlingsweihnachtsfeier in der Turnhalle des TV 1846 Nürnberg. In dieser legendären Halle, in der u. a. auch die berühmtberüchtigten Bockbierfeste der Nürnberger Brauereien stattfanden, wurde alljährlich eine gemeinsame Weihnachtsfeier für alle 4 Lehrjahre durchgeführt. Mit dieser Feier wollte man uns junge Burschen nach getaner Arbeit in eine vorweihnachtliche, besinnliche Stimmung versetzen. Das mit der Besinnung hat meistens nicht so geklappt, aber schön war es dennoch.
Für die Organisation war unser Lehrlingsbetreuer Heinz M. verantwortlich. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, denn nicht nur die Lehrlinge, sondern auch die gesamte Postprominenz, in Person des Amtsvorstehers des FA2, sowie des Präsident der OPD Nürnberg waren zu diesen „Event“ immer eingeladen. Entsprechend aufgeregt waren natürlich unser damaligen Abteilungsleiters H..
Mit den ersten Vorbereitungen wurde immer sehr frühzeitig, so Mitte November, begonnen. Wegen dem hohen Besuch wurde nichts dem Zufall überlassen. Schon gar nicht der alljährliche Lehrlingssketsch über besondere Vorkommnisse oder den speziellen Eigenschaften besonders markanter Ausbilder. Das „Drehbuch“ zu diesem Stück, musste vor den ersten Proben erstmal dem Abteilungsleiter zur Genehmigung vorgelegt werden. Als dieser einmal seine Zensur allzu „gewissenhaft“ wahrnahm, weigerte sich die Truppe dieses verhunzte Stück zu spielen. Mehr oder minder unter Zwang wurden sie dann auf die Bühne getrieben und rächten sich auf ihre Weise, in dem sie einfach ihre Urform spielten. Zuerst war dann im Saal die Hölle los, als sich die Lehrlinge herzhaft über die treffliche Charakterisierung der dargestellten Ausbilder amüsierten. Weniger gelacht hat dann an-schließend der arme Heinz M. beim fälligen Rapport im Büro des Chefs.
Wir Musiker, zu denen ich gehörte, hatten es da etwas leichter. Unser alljährliches Programm stand bereits seit Generationen fest. Zum Üben trafen wir uns meist im Duschraum des Hauptgebäudes. Dieser „Probenraum“ lag im Keller, war relativ schalldicht und hatte die Akustik einer Blechdose. Zudem waren die Übungseinheiten, die natürlich während der regulären Dienstzeit stattfanden, ein willkommene Abwechslung zum eintönigen Schruppen unser U-Eisen.
Die Besetzung unser „Band“ war ebenfalls einzigartig. 5 Akkordeons, 1 Gitarrist, (der auf seinem „Drahtgitter“ (O-Ton Pechl), nur einen Grundakkord und das Grundthema von Amorada beherrschte), sowie 1-2 Trompeter und einen Schlagzeuger.

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