Montag, 27.  März 2017

Die uns allseits bekannten Gebäude an der Allersbergerstraße, entstanden zwischen 1927 und 1930 nach Plänen des im Dienst der Reichspost stehenden Architekten Georg Kohl.
Die so genannte Poststadt bestand aus dem fünfgeschossigen Telegrafenamt, kleineren Kraftfahrzeughallen, einem Büro- und Garagentrakt, einem Werkstattgebäude und einer Fahrzeughalle.
Nach der Umbenennung des Telegraphenbauamtes 1949 in Fernmeldebauamt und etlichen Umorganisationen kam 1962 die Neuorganisation der Nürnberger Fernmeldeämter.
Am 1.9. dieses Jahres erhielt das FA2 seinen Aufgabenbereich:
• Aufgabenbereich 1 – Verwaltung
• Aufgabenbereich 2 – Haushalt
• Aufgabenbereich 3 – Teilnehmerdienste
• Aufgabenbereich 4 – Fernsprechdienst (Hand) und Telegrammdienst
• Aufgabenbereich 5 – Vermittlungs- und Übertragungstechnik
• Aufgabenbereich 6 – Linientechnik

Zur Erinnerung: 1962 wurden die Straßenbahnfahrpreise, Dr. Dr. Schneider würde sagen STRABAFAPRE, von 40 auf 70 Pfennig erhöht. Ob das die STRABASCHAGA erfreute ist leider nicht überliefert. Das Ringkaufhaus brannte total aus, es war die schlimmste Brandkatastrophe in Nürnberg nach dem Zweiten Weltkrieg mit 20 Toten.
1966 hält die EDV in Form von Lochkarten Einzug ins FA2. Die Europabrücke für die Brennerautobahn befand sich im Bau. In den Kinos lief Dr. Schiwago.
1968 wurde der 100 000. Fernsprechanschluss eingerichtet. Die Sowjets marschieren in Prag ein und amerikanische Astronauten umflogen zum ersten Mal den Mond. Anm. des Redakteurs: War Peterchens Mondfahrt nicht schon früher.
1976 ist ein ereignisreiches Jahr für das FA2. Der 1. Telefonladen der BRD wurde in der Karolinenstraße eröffnet. Diese Form der Kundennähe wurde beim FA2 erfunden. Der 200 000. Fernsprechhauptanschluss wurde im ON Nbg/Fürth eingerichtet. Sylvia Sommerlath wurde Königin in Schweden. Superbenzin kostete erstmals über 1,00 DM, nämlich 1,01 DM.
1978 hält die Elektronik beim FA2 Einzug. Die 1. FEUST nimmt ihren Dienst in der VST Süd am Hummelsteiner Weg auf. Reinhold Messner bestieg erstmals den Mount Everest.
1987 feierte das FA2 mit einem großen Fest im Innenhof sein 25 jähriges Bestehen.

Nach vielen Wendungen und schließlich 1996 Zerschlagung der Deutschen Bundespost mit anschließender Gründung der Deutschen Telekom, änderte sich vieles im Fernmeldeamt 2.
2005 begann der Abriss der Tankstelle, die Pakethallen einschl. der Werkstätten wurden entkernt. Es entstanden Lofts und Stadthäuser.
Im Frühjahr 2014 zogen alle verbliebenen Mitarbeiter in andere Gebäude um und hinterließen leere Büros und nur noch Erinnerungen an das gute alte FA2

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