Sonntag, 23.  April 2017

...eine sehr schöne und sehr typische Dr. Dr.-Geschichte.
Dazu passen seine Wutanfälle, wenn er bei einer Ex oder sonstigen Prüfungsarbeit jemand erwischte, der seinen Lernbehelf oder sowas offen auf dem Tisch liegen hatte und fleissig daraus abschrieb. Der Schnellhefter flog dann mit den üblichen Kommentaren über Betrug und seine Konsequenzen, also Meldung an die Post und sofortige Entlassung, Gefängnis, Leben in der Gosse usw., in die hinterste Ecke des Klassenzimmers. Und zwar so gewaltig, dass er sich meist in seine Einzelteile zerlegte. Wenn der Dr. Dr. dann fertig war mit seiner Ansprache und sich sein nächstes Opfer suchte, konnte der Schüler aber in aller Ruhe seine Papiere wieder zusammensuchen, wieder ordentlich einheften und dann ungestört weiter abschreiben.

Wer sich das nicht traute, konnte während einer Prüfung auch eine unschuldige Diskussion anfangen, so nach dem Motto, "Herr Doktor, wissen Sie eigentlich wie die Berechnung von Scheinwiderständen geht?",worauf er manchmal gern und stolz sein Wissen preisgab und die Prüfungsaufgabe nocheinmal geduldig und ausführlich an der Tafel erklärte. Manchmal hieß es aber auch "Jetzt ist Prüfung und kein Unterricht, das alles hab ich euch doch schon hundertmal erklärt, ihr Kleufel". Das wurde dann von der halben Klasse lautstark abgestritten, "... das haben wir noch nie gehört, wie kann denn das in einer Prüfung gefragt werden" , und schon stand die Lösung an der Tafel.

Wenn alle Tricks nix geholfen haben und eine Arbeit mal echt versaut war, blieb als letzter Ausweg, die Prüfungsnote mit dem Dr. Dr. zu verhandeln. Manche haben es da geschafft, von einer "Fünf" oder "Vier" auf eine "Zwei" zu kommen.

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